Hoch- oder Niedrigwasser, Hacker- und Drohnenangriffe auf Unternehmen und die Infrastruktur, Rohstoffverknappung, blockierte Kanäle und Meerengen, Einsatzverbote für bestimmte Inhaltsstoffe (Stichwort PFAS)…: Es gibt viele Gründe, warum Lieferketten ins Stocken geraten können und der Hersteller, der am Ende der Kette steht, nach Alternativen suchen muss. Ziel ist es daher, die Versorgung mit Werkstoffen, Komponenten und Produkten resilienter zu gestalten.

Dass dieser vergleichsweise neue Begriff eine so steile Karriere gemacht hat und inzwischen in der gesamten Logistik bekannt ist, deutet schon auf die Brisanz des Themas hin, das tief in die Zulieferpyramide hineinreicht.

Ein Beispiel: Ein Maschinenbauer kauft Steuerungen, die u.a. Halbleiter enthalten, für deren Produktion wiederum dutzende von chemischen Elementen benötigt werden. Selbst wenn die alle vorhanden sind, kann es an Betriebsmitteln mangeln, wie es zeitweise bei hochreinem Neon der Fall war. Weltweit größter Exporteur für dieses Edelgas war bis 2022 die Ukraine… Und das ist nur eines von sehr vielen Beispielen.

Was tun aus Sicht eines Herstellers? Da gibt es einige Möglichkeiten:

Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern (Nearshoring): Je kürzer die Lieferkette, desto robuster. Das allein wird nicht ausreichen, weil man unter Umständen nur den (vor)letzten Schritt im Wertschöpfungsprozess näher zu sich holt. Aber auch das hilft. Und die räumliche Nähe führt vielleicht zu einer engeren Zusammenarbeit, die wiederum zu besseren Endprodukten führen kann. Außerdem verbessert sie die CO2-Bilanz, das zahlt auf die Nachhaltigkeit des Produktes ein.

Verbesserte Planung: Die Vorplanung und Feinplanung bei der Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten ist in vielen Unternehmen noch ausbaufähig. Sie sollte schnell auf veränderte Bedingungen reagieren. Da helfen leistungsfähige, durchgängige Software und die Nutzung von KI. 

Gezielte Vorratshaltung: Bestände sind totes Kapital – ja, solange sie im Regal liegen. Werden sie dringend gebraucht, weil es zu Verzögerungen in der Belieferung kommt, verwandeln sie sich ganz schnell in „working capital“, das die Fertigstellung von Aufträgen möglich macht. Das macht die finanztechnisch sicherlich attraktive „Just in time“-Belieferung mit Vorprodukten zum Risiko. Vielleicht ist es unterm Strich kostengünstiger, Mindestbestände zu erhöhen.

Dual oder Multi-Sourcing: Auch das scheint auf den ersten Blick, ähnlich wie die großzügige Vorratshaltung, wie eine Empfehlung zur Steigerung der Kosten. Aber selbst die Automobilhersteller, die eine große Marktmacht im Einkauf haben, nehmen wieder Abstand vom Single Sourcing und bauen sich, als Back-up, zusätzliche Lieferanten auf.

Interne Optimierung: Oft sind die Bestände im Unternehmen nicht transparent. Es gibt „Privatlager“ oder aber Materialien sind nicht auffindbar. Auch hier gibt es (vielleicht) Potenzial für Verbesserungen – nicht nur bei den Beständen, sondern z.B. bei Themen wie Qualität, Durchlaufgeschwindigkeit, Ausschussquote…

So oder so: Das Thema Resilienz wirft Fragen auf und es gibt – auf vielen Ebenen – wirksame Stellhebel, die Sicherheit der Produktionsversorgung zu verbessern. Wo finden sich solche Stellhebel? Letztlich muss jede Unternehmen diese Frage individuell beantworten. Einen Überblick über mögliche Antworten und Lösungen gibt die Logistics & Automation als kompakte, konzentrierte und kompetenten Fachmesse der Intralogistik. Im Frühjahr 2027 findet sie – gemeinsam mit der EMPACK – gleich zweimal statt: vom 24.-25. Februar 2027 in Dortmund und vom 1.-2. Juni 2027 in Hamburg.

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In Zusammenarbeit mit Gerald Scheffels