Nein, sie tragen keine Funktionsjacken und die Last wird nicht im Rucksack transportiert. Aber es gibt sie schon, die Outdoor-Transportroboter, in ganz unterschiedlicher Ausprägung.

Bekannt sind die vierbeinigen autonomen „Spot“-Laufroboter von Boston Dynamics, die z.B. Überwachungsaufgaben an großen Anlagen und im Außengelände übernehmen können. Einfacher aufgebaut sind die autonomen Outdoor-Fahrzeuge, die verschiedene Hersteller und Lieferdienste zurzeit erproben. Mit ihnen lassen sich (Paket-)Lieferungen vor allem in Innenstädten zum Empfänger bringen – sogar in den dritten Stock. Die Fahrzeuge sind im Fußgängertempo unterwegs, erkennen ihr Umfeld und können auch Bordsteine erklimmen oder Treppen steigen.  

Ist das ein Markt? Amazon zweifelt nicht daran und hat – trotz einer eigenen, sehr gut aufgestellten Robotics-Sparte – im März 2026 das Schweizer Startup Rivr übernommen, das einen autonomen vierrädrigen Lieferroboter entwickelt hat.

Videos zeigen eine beeindruckende Flexibilität des Konzeptes. Rund eine Million (mobile) Roboter arbeiten schon für Amazon – beim Transportieren und Kommissionieren in den Verteilzentren. Wenn das Unternehmen auch die Auslieferung (teil-)automatisiert, könnten sehr viele Outdoor-Roboter hinzukommen. Und die Amazon-Kunden werden sich rasch an einen neuen Prozess beim Empfang der bestellten Waren gewöhnen.

Aber auch für mittelständische Unternehmen kann die Beschäftigung mit dem Thema Outdoor-Robotik sinnvoll sein – zum Beispiel wenn sie häufig Lasten zwischen einzelnen Hallen, über Rampen oder auf unebenem Untergrund bewegen müssen.

Für diese Einsatzgebiete hat das deutsche Unternehmen Innok Robotics einen Baukasten für die autonome mobile Robotik (AMR) entwickelt. Die robusten Fahrzeuge können ferngesteuert, teilautomatisch und autonom fahren. Dank intelligenter Sensorik finden sie sich ohne externe Markierungen zurecht und koppeln auch Transportwagen voll autonom an und ab. Die integrierte Software ermöglicht das Aufzeichnen und Festlegen individueller Routen, und für die Bedienung des AMR braucht der Anwender lediglich einen modernen Webbrowser.

Dieses besondere AMR-Konzept kann der Besucher der LOGISTICS & AUTOMATION live kennenlernen – Innok zeigt seinen outdoor-tauglichen „Induros“ auf dem Stand 440.

In Zusammenarbeit mit Gerald Scheffel